Wie haben wir doch die Prepper (Survavilists) belächelt oder uns gar über sie lustig gemacht.
Heute wünschte ich mir, wir hätten von Ihnen gelernt. Denn dann wäre die Gesellschaft vorbereitet gewesen – es gäbe genug Intensivbetten und Beatmungsgeräte für eine Epidemie. Pflegenotstand und Ärztemangel gäbe es selbst in dieser Corona-Zeit nicht.
Politiker, Experten und Journalisten sähen sich nicht zum Rumgedruckse gezwungen, sondern könnten die vorliegenden wissenschaftlichen Befunde offen darlegen:
- mit dem Tragen von Gesichtsmasken schützen wir uns selbst und andere
Nachzulesen in einem stringenten wissenschaftlichen Review:
- Händewaschen (mindestens 11 mal am Tag) reduzierten das Risiko einer SARS-Infektion um 55 %, einfache Masken um 68 %, Handschuhe um 57 %, Schutzkittel um 77 % und alles zusammen um 91 %.
Kein Problem – wären wir eine Prepper-Gesellschaft gäbe es genug Gesichtsmasken, sogar Atemschutzmasken, und sicher genug Handschuhe und Schutzkittel. Die meisten Infektionen wären so sicherlich vermieden worden.
Wären wir Prepper, hätten wir womöglich die Epidemie gar ganz aufgehalten, immerhin hat eine andere Studie gezeigt, dass wenn 80 % Masken tragen eine Grippe-Epidemie zum Erliegen kommt – warum sollte das beim größeren SARS-CoV-2 Virus anders sein?
Wären wir Prepper, gäbe es auch keine Hamsterkäufe und genug Toilettenpapier.
- Prepper machen nämlich keine Panikkäufe, sie bereiten sich langsam vor und kaufen das ein, was haltbar ist und was sie wirklich brauchen, wenn der Ernstfall eintritt. Das alles nachhaltig, denn natürlich können Reis, Nudeln und Bohnen auch noch vor Ablaufdatum verzehrt und die Vorräte neu gefüllt werden
Hier in Kambodscha haben übrigens viele Familien eine Tonne Reis oder mehr als Vorrat. Kein Wunder, wo die meisten Reisbauern sind oder mindestens Familienangehörige haben, die Reis anbauen. Sie erinnern sich auch noch an andere Zeiten. Bei mir zu Hause ist auch ein großer Reissack und ein Maissack, Bohnen gibt es auch. Da kann man die Dinge entspannter angehen.
Als Prepper hätte es die eng gedrängten Schlangen durch keine Gesichtsmaske geschützter Käufer und Käuferinnen in den Supermärkten nicht gegeben. Wir bräuchten uns nicht reihenweise anzustecken, sondern könnten uns die Supermarkteinkäufe längere Zeit ganz sparen.
Warum aber haben wir überhaupt über Prepper gelacht? Gab es nicht immer Krisen in der Menschheitsgesichte und waren nicht immer diejenigen besser gestellt, die vorbereitet waren?
Schauen wir nach Südkorea, was die Covid-19 Krise bei weitem besser bewältigt als Deutschland oder gar Italien, Frankreich und Spanien:
- weniger Bewegungseinschränkungen, mehr Reisen, geöffnete Schulen und Restaurants, Masken für alle und viel weniger Infizierte, vor allem eine relative Steigerung von höchstens einem Prozent pro Tag seit Wochen!
Südkorea war vorbereitet, saß bereits in den Startlöchern als die ersten Fälle auftauchten. Transparenz, Einreisekontrollen, Quarantäne, Testen, Nachverfolgung aller Fälle – selbst als ein Cluster mit tausenden Fällen entstand – und selbstverständlich galt: die Masken auf!
Südkorea kann das, niemand muss Angst haben, dass Ärzte und Pflege nicht genug Masken haben, zumal wohl auch wegen der Masken die Fälle vergleichsweise gering blieben, sodass die gefürchtete Überforderung des Gesundheitssystems gar nicht eintrat. Alles verteilt sich langsam über die Zeit, Vorbereitung wirkt.
Aber auch Deutschland hatte sich durchaus vorbereitet. Nationaler Pandemieplan II des Robert Koch Instituts heißt dies. Da kann man es nachlesen, dass Händewaschen und Masken wichtig sind, Masken sogar noch wichtiger. Nur damit endete die Vorbereitung dann auch. Die Vorbereitung war ein Papier, Masken gibt es keine.
Und so fiel den Verantwortlichen nichts mehr anders ein als bis vor Kurzem tagaus tagein und gegen den eigenen Pandemieplan zu verkünden:
- Masken wirken nicht!
Prepper haben erkannt, was viele von uns vergaßen oder verdrängten:
- es gibt keine dauerhafte Stabilität und Sicherheit, Katastrophen können und werden eines Tages eintreten, seien wir darauf gefasst
Prepper sind die Realisten und wir sind die Illusionisten, die Naiven, die die Wirklichkeit nicht sehen wollten bis uns Covid-19 um die Ohren flog!
Anmerkung vom 04.04.2020:
Wenn ich hier die Prepper lobe, beziehe ich mich natürlich nicht auf rechtsradikale Rassisten, sondern auf diejenigen, denen bewusst ist, dass Katastrophen eintreten, die sich darauf vernünftig vorbereiten und das Überleben nicht nur von sich selbst, sondern von allen wünschen.